Sieben kurze Kapitel, am Ende der Nachweis mit Prüfnummer zum Ausdrucken. Das ist genau der Beleg, den die KI-Verordnung in Art. 4 verlangt und den eine Aufsichtsbehörde im Ernstfall sehen will. Lesezeit etwa 15 Minuten.
Ein personenbezogenes Datum ist jede Angabe, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person bezieht. Das ist viel mehr als der Name: eine Rufnummer, eine Adresse, ein Standort, ein Kfz-Kennzeichen, eine Stimme auf einer Aufnahme, sogar eine Kundennummer. In unserem Geschäft ist fast jede Zeile in der Zentrale ein solches Datum.
Die DSGVO stellt sechs Grundsätze auf (Art. 5). In Alltagssprache:
Der erlaubte Grund heißt Rechtsgrundlage (Art. 6). Für uns sind vier wichtig: die Vertragserfüllung (jemand bestellt eine Fahrt), die rechtliche Pflicht (Rechnungen zehn Jahre aufbewahren), das berechtigte Interesse (Schutz vor Angriffen auf die Server) und die Einwilligung (Aufzeichnung eines Telefongesprächs). Die Einwilligung ist die schwächste: sie muss freiwillig sein und lässt sich jederzeit widerrufen.
Jede Person darf wissen, was über sie gespeichert ist, und darf eingreifen. Die wichtigsten Rechte: Auskunft (Art. 15), Berichtigung (Art. 16), Löschung (Art. 17), Einschränkung (Art. 18), Datenübertragbarkeit (Art. 20) und Widerspruch (Art. 21).
Die Frist ist kurz: ein Monat. Sie lässt sich um zwei Monate verlängern, wenn der Fall aufwendig ist – aber die Verlängerung muss innerhalb des ersten Monats mitgeteilt werden. Eine Auskunft ist kostenlos. Und sie darf nicht davon abhängig gemacht werden, dass jemand einen Grund nennt.
Wichtig für unsere Arbeit: Meldet sich ein Fahrgast oder ein Fahrer bei uns, obwohl die Daten zu einem Taxibetrieb gehören, für den wir nur die Software betreiben, dann beantworten wir das nicht selbst. Wir leiten die Anfrage unverzüglich an den Betrieb weiter und helfen ihm beim Zusammenstellen. Der Betrieb ist der Verantwortliche, wir sind nur sein Werkzeug.
Vor der Auskunft steht die Identitätsprüfung. Wer am Telefon behauptet, Herr Meier zu sein, bekommt keine Liste seiner Fahrten. Im Zweifel schriftlich anfordern.
Eine Datenpanne ist jede Verletzung der Sicherheit, die zum Verlust, zur Veränderung oder zur unbefugten Offenlegung personenbezogener Daten führt. Sie ist nicht immer ein Angriff von außen. Häufiger sind die alltäglichen Fälle:
Die Fristen sind eng. Der Verantwortliche muss eine meldepflichtige Panne innerhalb von 72 Stunden der Aufsichtsbehörde melden (Art. 33). Damit das gelingt, haben wir uns im AV-Vertrag verpflichtet, unsere Kunden binnen 24 Stunden zu unterrichten. Ist ein hohes Risiko für die Betroffenen zu erwarten, müssen zusätzlich diese selbst benachrichtigt werden (Art. 34).
Der erste Schritt ist immer derselbe: melden, eindämmen, dokumentieren. Zugang sperren, Gerät sperren lassen, Vorfall aufschreiben – wann bemerkt, was betroffen, wer informiert. Dokumentiert werden muss jede Panne, auch die, die am Ende nicht meldepflichtig ist.
Zwei Rollen muss man auseinanderhalten. Der Verantwortliche entscheidet über Zweck und Mittel der Verarbeitung. Der Auftragsverarbeiter führt aus, was der Verantwortliche anweist – und nichts darüber hinaus.
Wir sind beides, je nach Sachverhalt. Für unsere eigene Website, unsere Kundenverwaltung und unsere Buchhaltung sind wir Verantwortliche. Für alles, was in der Zentrale eines Taxibetriebs passiert – Fahrten, Fahrer, Anrufe, Abrechnung – sind wir Auftragsverarbeiter. Die Daten gehören dem Betrieb. Wir dürfen sie nicht für eigene Zwecke nutzen, nicht auswerten, nicht weitergeben.
Grundlage ist der Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Er regelt Gegenstand, Dauer, Datenarten, Weisungsrecht, Vertraulichkeit, Sicherheitsmaßnahmen, Kontrollrechte, Umgang mit Unterauftragnehmern und was am Ende mit den Daten geschieht. Ohne diesen Vertrag ist die Verarbeitung rechtswidrig – auch dann, wenn technisch alles sauber läuft.
Dasselbe gilt eine Stufe tiefer: Jeder Dienstleister, den wir einsetzen – Rechenzentrum, Telefonanbieter, KI-Dienst, Zahlungsdienstleister – ist ein Unterauftragnehmer und braucht ebenfalls einen Vertrag. Neue Unterauftragnehmer werden den Kunden vorher angekündigt; sie dürfen widersprechen. Sitzt ein Anbieter außerhalb der EU, braucht es zusätzlich Standardvertragsklauseln.
Die EU-KI-Verordnung (Verordnung 2024/1689) gilt seit 2024 und wird gestaffelt wirksam. Sie unterscheidet zwei Rollen, die wir beide innehaben:
Die Verordnung sortiert Anwendungen nach Risiko:
Zeitlich: Die Verbote nach Art. 5 und die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Art. 4 gelten seit dem 2. Februar 2025. Pflichten für allgemeine KI-Modelle folgten am 2. August 2025, die übrigen Vorschriften laufen gestaffelt bis 2027 an.
Art. 50 KI-VO verlangt Offenheit. Wer mit einem KI-System spricht, muss das erfahren – spätestens zu Beginn des Gesprächs, in klarer Sprache. Bei unserem Telefonassistenten steht diese Ansage deshalb vor dem eigentlichen Dialog, zusammen mit dem Hinweis auf die Aufzeichnung. Beides ist keine Höflichkeit, sondern Pflicht: Die Aufzeichnung eines Gesprächs ohne Kenntnis des Gegenübers ist nicht nur ein Datenschutzverstoß, sondern nach § 201 StGB strafbar.
Auch KI-erzeugte Bilder und Videos, die echt wirken sollen, sind zu kennzeichnen. Für Texte gilt: Wer sie veröffentlicht, steht für den Inhalt gerade – gleich, ob er ihn selbst geschrieben oder eine Maschine entworfen hat.
Art. 4 KI-VO verlangt KI-Kompetenz: Anbieter und Betreiber müssen dafür sorgen, dass ihr Personal ausreichend versteht, wie die eingesetzten Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und welche Risiken entstehen. Ein Gesetz schreibt kein bestimmtes Format vor – verlangt wird aber, dass man es belegen kann. Deshalb endet diese Schulung mit einem Nachweis, der Datum, Inhalt und Ergebnis festhält. Er wird mindestens drei Jahre aufbewahrt und jährlich erneuert.
Was darf in ein KI-Werkzeug eingegeben werden? Die Faustregel: Alles, was man auch einer fremden Firma am Telefon vorlesen würde.
KI erfindet. Sprachmodelle erzeugen den wahrscheinlichsten nächsten Satz – nicht den wahren. Eine erfundene Adresse, eine falsche Uhrzeit, eine nicht existierende Vorschrift klingen genauso überzeugend wie die richtige Angabe. Deshalb gilt ohne Ausnahme: Jedes Ergebnis wird geprüft, bevor es verwendet wird. Die Verantwortung bleibt beim Menschen.
In unserer Software heißt das konkret: Die aus einem Anruf erkannte Fahrt ist ein Vorschlag. Sie erscheint in der Zentrale und wird von einem Disponenten bestätigt, bevor sie an einen Fahrer geht. Ist die KI unsicher, fragt sie lieber nach, statt zu raten. Und wer den Assistenten nicht will, schaltet ihn ab – für einen einzelnen Anruf oder dauerhaft.
Standortdaten der Fahrer sind besonders heikel, weil sie Beschäftigte betreffen. Sie werden nur während einer aktiven Schicht erhoben, dienen der Zuteilung von Fahrten und nicht der Leistungskontrolle, und der Fahrer sieht jederzeit, dass er sichtbar ist. Eine Auswertung von Fahrverhalten oder Pausen zur Bewertung einzelner Personen findet nicht statt.
Wenn Sie alle sieben Kapitel durchgearbeitet haben, tragen Sie hier Ihren Namen ein. Der Nachweis erscheint sofort und lässt sich ausdrucken oder als PDF sichern.
Einen vorhandenen Nachweis prüfen: Prüfnummer an die Adresse anhängen, zum Beispiel taxiagentur.de/ki-schulung.php?pruefen=TA-KI-2026-ABC123